VdK kritisiert fehlende Barrierefreiheit im Schienenverkehr

NIEDERSACHSEN. Gehört Bahnfahren zum gesellschaftlichen Leben dazu? Auf jeden Fall, findet der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen und verlangt von der Politik eine strengere Überwachung zur Einhaltung der Barrierefreiheit. „Immer wieder hören wir von Mitgliedern, dass sie wegen technischer Probleme nicht in einen gebuchten Zug einsteigen konnten und am Bahnsteig stehen gelassen wurden. Das darf es in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr geben“, moniert VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe und verweist auf die UN-Behindertenrechtskonvention, nach der alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben sollen.

VdK-Mitglied Ralf von Mensenkampff aus dem Kreis Schaumburg ist einer von vielen, die das Gegenteil erlebt haben: Im Mai endete seine Bahnfahrt unverhofft in Hannover, weil die erforderliche Rampe für seinen Rollstuhl nicht ausfahrbar war. Trotz angemeldeter Hilfeleistung bei der Mobilitätszentrale wurde ihm die Störung nicht mitgeteilt.

„Das Vorgehen der Bahngesellschaft ist absolut inakzeptabel“, empört sich Stubbe. „Wenn ich als Kunde meine Hilfeleistung im Voraus anmelden muss, sollte ich auch auf einen zuverlässigen Service vertrauen können. Entsprechend erwarte ich von einer Service-Zentrale Informationen, falls das Angebot kurzfristig entfällt. Schließlich haben Störungen die Eigenschaft, grundsätzlich kurzfristig aufzutreten, und nicht ‚auf Anmeldung‘. Hier muss die Deutsche Bahn definitiv an ihrem Service-Gedanken arbeiten!“, fordert der VdK-Chef.

Anhand solcher Beispiele wird leider immer wieder deutlich, dass der Weg zu einer vollständigen Barrierefreiheit noch weit ist und auch die Barrieren in den Köpfen der Menschen noch lange nicht abgebaut sind. Der VdK wird sich weiterhin für eine barrierefreie Gesellschaft stark machen.

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Foto: Andi Weiland, Gesellschaftsbilder.de