ZSL Lüneburger Heide e.V. kritisiert CDU/UB-Vorstoß zur Schulpolitik scharf – Inklusion ist ein Menschenrecht, kein Sonderweg
Der ZSL Lüneburger Heide e.V., eine Selbstvertretungsorganisation von und für Menschen mit Behinderung, kritisiert die aktuelle Stellungnahme der CDU/UB im Landkreis Celle zur Schulpolitik mit deutlichen Worten. Insbesondere die Aussage, Förderschulen seien die „beste Inklusion ins Leben“, weist der Verein entschieden zurück.
„Diese Position ist aus unserer Sicht ein klarer Rückschritt und steht im Widerspruch zu einer inklusiven Gesellschaft“, erklärt Anke Müller, Erste Vorsitzende des ZSL Lüneburger Heide e.V. und Sprecherin der Gruppe für Behinderte Wathlingen-Flotwedel „Inklusion bedeutet, dass alle Menschen von Anfang an gemeinsam leben und lernen – nicht getrennt.“
Im ZSL Lüneburger Heide e.V. bestimmen Menschen mit Behinderung selbst mit und übernehmen Verantwortung in allen Gremien. Sie sitzen in den Vorständen, haben Stimmrecht und vertreten ihre eigenen Interessen. Der Verein ist Teil der internationalen Independent-Living-Bewegung und setzt sich konsequent für Selbstbestimmung, Gleichstellung und Inklusion ein.
Aus Sicht des Vereins widerspricht die Position von CDU/UB grundlegenden menschenrechtlichen Verpflichtungen. Deutschland hat sich verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem aufzubauen.
„Wenn Förderschulen als beste Lösung dargestellt werden, werden die Erfahrungen vieler Betroffener ignoriert“, erklärt Jana Petersen-Franke, Geschäftsführung des ZSL Lüneburger Heide e.V. „Trennung bleibt Trennung – auch wenn sie gut gemeint ist.“
Der ZSL Lüneburger Heide e.V. fordert stattdessen:
- mehr inklusive Angebote an Regelschulen
- ausreichend Personal und finanzielle Mittel
- barrierefreie Schulen
- echte Beteiligung von Menschen mit Behinderung an Entscheidungen
„Menschen mit Behinderung haben das Recht, gemeinsam mit allen anderen zu lernen und zu leben“, betont Anke Müller. Der ZSL Lüneburger Heide e.V. fordert die politischen Entscheidungsträger im Landkreis Celle auf, den eingeschlagenen Kurs zu überdenken und konsequent auf inklusive Bildung zu setzen.
Foto: ZSL
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