Sonntag, 12. Juli 2026

Lobetal bei Demonstration in Hannover

„Wir haben Präsenz gezeigt, das war wichtig“, ist Sandra Pleick überzeugt. Die 47-jährige Heilerziehungspflegeschülerin war eine von rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Lobetalarbeit, die am Mittwoch in Hannover an einer Demonstration gegen die von der Bundesregierung geplante Pflegereform teilgenommen haben. „Menschenwürde muss gewahrt bleiben, jeder hat das Recht auf Teilhabe“, so Pleick.

Gewerkschaften und verschiedene Sozialverbände hatten zu der Demonstration aufgerufen und eindringlich vor drohenden Kürzungen, unter anderem vor unzulänglicher Refinanzierung von Tarifverträgen, gewarnt. „Wir erleben gerade den Versuch, den Sozialstaat kaputtzusparen. Das ist der falsche Weg“, so Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Die Diakonie ist Teil der der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen (LAG FW). Die LAG FW fordert: „Verlässliche, hochwertige Gesundheitsversorgung und Pflege – überall, auch im ländlichen Raum, volle Refinanzierung von Löhnen und Tarifverträgen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und der Eingliederungshilfe, keine Deckelung der Pflegebudgets der Krankenhäuser, keine zusätzlichen Belastungen durch Zuzahlungen und Eigenanteile und die Übernahme versicherungsfremder Leistungen durch den Bundeshaushalt.“ Laut Veranstalter haben mehr als 8.000 Demonstrierende an der Kundgebung teilgenommen.

Für den 24. Juni ist unter dem Motto „S.O.S. Sozialstaat“ eine weitere Demonstration in Hannover geplant, diesmal vor dem Niedersächsischen Landtag. Die Lobetalarbeit ist wieder mit dabei. 

Markus Weyel

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