SoVD: „Menschen mit Behinderung endlich gegen Gewalt schützen“

HANNOVER. Menschen mit einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung haben ein erhöhtes Risiko, Opfer von Gewalt und Missbrauch zu werden. Das haben unter anderem die dramatischen Ereignisse in Potsdam und Bad Oeynhausen gezeigt, wo Bewohner*innen in Behinderteneinrichtungen getötet wurden und Misshandlungen stattgefunden haben sollen. Anlässlich des internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen deshalb konkrete Maßnahmen, mit denen Betroffene in Einrichtungen besser geschützt werden können.

Menschen mit einer Behinderung erleben sehr viel häufiger Gewalt als der Bevölkerungsdurchschnitt. Das gilt vor allem für behinderte Frauen: Studien zeigen, dass sie fast doppelt so häufig schweren und bedrohlichen Übergriffen ausgesetzt sind. Besonders betroffen sind Menschen, die in Einrichtungen leben.

Eigentlich hat der Gesetzgeber mit der Verabschiedung des Teilhabestärkungsgesetzes alle Betreiber*innen von Einrichtungen zu einem entsprechenden Gewaltschutz verpflichtet. Niedersachsens größtem Sozialverband gehen die Regelungen jedoch nicht weit genug. „Im Gesetz steht, dass geeignete Maßnahmen getroffen werden müssen. Dabei ist allerdings nicht klar, wie diese genau aussehen sollen. Hier muss es ganz konkrete Vorgaben geben“, sagt Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen.

Außerdem fordert er eine Instanz, die die Umsetzung kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert. Zudem sei eine unabhängige Überwachungs- und Beschwerdestelle notwendig. „Nur so lassen sich Betroffene besser schützen. Gewalt gegen Menschen mit Behinderung muss endlich aktiv bekämpft werden“, betont Sackarendt.

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