Fast jeder elfte Mensch in Niedersachsen hatte im Jahr 2017 einen gültigen Schwerbehindertenausweis

HANNOVER. Ende 2017 lebten in Niedersachsen 752.251 Menschen mit Behinderungen. Damit hat sich im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2015 die Zahl der Menschen mit Behinderungen um rund 28.000 (+3,9%) erhöht. Im Jahr 2007 lag sie noch bei 641.092 Personen. Somit kam es in 10 Jahren zu einem Anstieg um 17,3%.

Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, waren 37,6% der Menschen mit Behinderungen 75 Jahre und älter und weitere 20,8% waren zwischen 65 und 75 Jahre alt. Nur 2,6% der Menschen mit Behinderungen zählten zur Gruppe der Minderjährigen. Wie bereits in den Vorerhebungen überwog mit 52% der Anteil der Männer.

Fast ein Viertel (24,4%) der Betroffenen hatte einen Grad der Behinderung von 100. Weniger als ein Drittel (31,1%) wies die mit einem Grad von 50 niedrigste erfasste Beeinträchtigungsstufe auf. Die Hälfte aller Betroffenen (50,2%) hatte eine Behinderung, bei der anderen Hälfte lagen mehrere Behinderungen vor.

Rund 206.000 Personen (27,4%) waren von einer Beeinträchtigung der Funktion ihrer inneren Organe bzw. Organsysteme als einzige oder schwerste Behinderungsart betroffen.
Die zweitgrößte Gruppe (20,9%) umfasste die Querschnittslähmungen, zerebralen Störungen, geistig-seelischen Behinderungen und Suchtkrankheiten, an dritter Stelle standen mit 12,8% die Funktionseinschränkungen von Armen oder Beinen.

Bei den weitaus meisten Menschen mit Behinderungen (91,7%) war eine allgemeine Krankheit (einschließlich Impfschaden) die Ursache für ihre einzige oder schwerste Behinderung. Deutlich seltener waren angeborene Behinderungen mit 2,9% ebenso wie Unfälle (1,6%) ursächlich für die Schwerbehinderung.

Die Stadt Wilhelmshaven wies mit 133 Menschen mit Behinderungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 30.9.2017) anteilsmäßig die höchste Quote unter den niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten auf. Die geringste Quote verzeichneten die Landkreise Gifhorn und Vechta jeweils mit 74 Fällen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

PR

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.