Auf dem Weg zur Inklusion – Tag der offenen Tür in der Comenius-Schule der Lebenshilfe Celle

CELLE. Gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft – wie alle anderen auch – das ist Inklusion. Aber wie in der seit längerem zu verfolgenden Diskussion über schulische Inklusion erkennbar ist, gibt es den einen richtigen Weg hin zur Inklusion nicht. So wie alle Schülerinnen und Schüler einzigartig sind, so sind auch die Lernwege und Förderbedürfnisse individuell zu betrachten. Miteinander und voneinander zu lernen ist aber für alle Kinder und Jugendlichen ein großer Gewinn, bei dem sowohl kognitive als auch soziale Lernziele erreicht werden. Für viele Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf kann dies gut an einer Regelschule ermöglicht werden. Aber nicht für alle ist dies die beste Möglichkeit, im Rahmen der eigenen Fähigkeiten zu leben und zu lernen. Förderschulen und staatlich anerkannte Tagesbildungsstätten ergänzen das Schulangebot für diese Schülerinnen und Schüler.

„Die Comenius-Schule der Lebenshilfe Celle hat sich wie viele andere Tagesbildungsstätten in Niedersachsen seit langem schon auf den Weg gemacht, individuelle Möglichkeiten der schulischen Teilhabe auszuloten und zu ermöglichen“, benennt Steffen Hollung, der Schulleiter der Celler Comenius-Schule, die eigene Zielvorgabe. Kleine Klassen mit sechs bis acht Schülerinnen und Schülern mit hochprofessionellen Mitarbeitenden verschiedener Fachrichtungen, von Sonderpädagogen über Pflegekräfte und Erzieher bis zu Therapeuten, ermöglichen eine mehrdimensionale, auf das jeweilige Kind abgestimmte Lernsituation. Dies geschieht sowohl im eigenen Schulgebäude als auch in Kooperationsklassen an Regelschulen. Einzelne Klassen der Comenius-Schule sind seit mehreren Jahren in der Grundschule Adelheidsdorf und der Blumläger Schule eingezogen, wo es den Schülerinnen und Schülern so ermöglicht wird, gemeinsam mit allen anderen ihren Schulalltag zu gestalten und dennoch intensive individuelle Förderung in der kleinen Lerngruppe zu erhalten. Dieser Weg hin zu mehr Teilhabe wird künftig weiter verfolgt, im Wissen darum, dass auch dies nicht für alle Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarf im Bereich Geistige Entwicklung die beste Lösung darstellt. „So unterschiedlich die Bedarfe von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung sind, so vielfältig muss das schulische Angebot sein“, betonte Fritz Haverkamp, der Vorsitzende der Lebenshilfe Niedersachsen, kürzlich in einer Stellungnahme zur niedersächsischen Schulpolitik. „Dem können wir uns ohne Einschränkung anschließen“, unterstützt auch Steffen Hollung diese Forderung.

Die Comenius-Schule der Lebenshilfe Celle bietet am 16. März 2018 in der Zeit von 10 bis 12 Uhr interessierten Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften wieder die Möglichkeiten, sich über ihr Angebot zu informieren. „Schnupperunterricht“ in allen Jahrgangsstufen von der 1. bis zur 12. Klasse ist ebenso möglich wie konkrete Gespräche über die schulischen Möglichkeiten mit der Schulleitung. Dies wird für die Comenius-Schule gleichzeitig der letzte „Tag der offenen Tür“ im bisherigen Gebäude auf dem Gelände der Stiftung Linerhaus, Alte Dorfstraße 1 in Altencelle, sein. In der Erich-Kästner-Schule in Garßen laufen bereits umfangreiche Umbauarbeiten, um dort für den Umzug der Comenius-Schule im kommenden Schuljahr optimale Lernbedingungen zu schaffen. Auch darüber wird am Tag der offenen Tür informiert.

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