Schuhstraße: Wie der SoVD das sieht

CELLE. „Eine unendliche –  aber letztlich auch absehbare Geschichte“, so leitet Bernd Skoda, 2. Vorsitzender SoVD  KV Celle, seinen Kommentar zur Situation in der Schuhstraße ein – eine recht negative Einschätzung. Hier ist die Sichtweise im Wortlaut:

„Wie oft wurde schon darüber geschrieben, lamentiert, Ratschläge erteilt, Absichtserklärungen abgegeben und nichts ist passiert. Doch halt – es ist ja etwas passiert. Immer schlechter geworden ist es. Wie bekannt, steht der SoVD neben seinen vielen Aufgaben in der Sozialberatung (Rente, Arbeitslosengeld, Krankenversicherung, Pflege, Sozialhilfe, Grundsicherung etc.) auch für „Barrierefreiheit“!

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Er nimmt sich nicht nur der Probleme von Menschen an, die mit mobilen Einschränkungen infolge motorischer, sensorischer und/oder mentaler Behinderung leben müssen, sondern tritt auch für jene ein, die unter den Begriff „Mobil eingeschränkt“ fallen. Dazu gehören z. B. auch Kinder, Kleinwüchsige, ältere Menschen, schwangere Frauen, Personen mit Kinderwagen oder Gepäck ebenso wie nur vorübergehend in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Menschen. Also alles Kunden – und da sind wir wieder beim Thema. Wir denken, dass der genannte Personenkreis einen großen Teil potentieller Kunden der Innenstadt und somit auch der Schuhstraße ausmacht. Aber wer will bei dem fehlenden „ Wohlfühlklima“ schon einkaufen. Man fühlt sich allenthalben gedrängt, geschubst und nicht willkommen. Kein Raum für Gemütlichkeit, kein Platz, um zu flanieren und gezwungen den Blick permanent auf die Straße zu richten um nicht zu stolpern oder anzuecken. Auch ist an unsere sehschwachen und blinden Mitmenschen zu denken für die schon häufig mehr Sicherheit in der Schuhstraße angemahnt worden ist. Vor lauter Stress kommt man gar nicht mehr zu dem gewollten Blick auf die ach so schönen Fassaden. Nicht mal ’ne Ruhezone wo man mal mit Muße seine Tasche abstellen kann. Da fährt man doch gleich besser zur “Hasenbahn“ wo man solche Ansprüche auch nicht erwartet. Sicher kommt vieles zusammen – aber das Wichtigste ist nun mal der Kunde, den es in die Stadt zu locken gilt. Nachdem nun auch der letzte Blumenschmuck verschwunden ist, ist der traurige Anblick unserer einst so schönen Innenstadt kaum noch zu über(unter)bieten. Im Sinne unserer Klienten wäre zu wünschen, die Schuhstraße würde wieder ihrer ursprünglich angedachten Bestimmung – nämlich „Fußgängerzone“ zugeführt. Viele unserer reisefreudigen Mitglieder aus anderen Landesteilen meiden inzwischen unsere Stadt, weil sie halt nicht mehr der große „Hingucker“ ist.

Barrierefreie Aufenthaltsräume sind für ca. 10% der Bevölkerung zwingend erforderlich, für etwa 30-40% notwendig aber für 100% komfortabel.

Bernd Skoda
2. Vorsitzender SoVD  KV Celle“